Mit Zöliakie im Unverpackt Laden?
Februar 21, 2020
Jenni

Mit Zöliakie im Unverpackt Laden? Wie sicher ist es?

Jenni Marieni

Glutenfrei im Unverpackt Laden? Ich versuche immer mehr Plastik und unnötige Verpackung zu sparen. Als Zöli ist das nicht immer leicht. Glutenfreie Produkte sind oft doppelt und dreifach verpackt. Ist der Einkauf in einem Unverpackt Laden mit Zöliakie eine Alternative? Oder ist das Kontaminationsrisiko doch zu groß?

In letzter Zeit gibt es immer mehr Unverpackt Läden.

Das Konzept ist einfach: Lebensmittel können ohne Verpackung eingekauft werden. Stattdessen werden die Produkte in sogenannten Spendern oder großen Gläsern aufbewahrt. Als Kunde nehme ich einfach meinen eigenen Behälter mit. Ob Jausenbox, Stoffbeutel oder Einweggläser spielt dabei keine Rolle. Der eigene Behälter wird einfach vor dem Einkauf gewogen und dann nochmal mit Inhalt.

Unverpackt Laden - Gläser

Wie ist das Kontaminationsrisiko im Unverpackt Laden?

Soweit so gut. Ich finde die Idee super und habe einen Unverpackt Laden in Wien besucht. Gleich zu Beginn sind mir die großen Spender mit Nudeln, Getreide, Mehl, Bohnen und Hülsenfrüchte aufgefallen.

Nudeln und Mehl kommen als Zöli sowieso nicht in Frage. Linsen, Quinoa, Buchweizen esse ich gerne. Aber kann ich die im Unverpackt Laden kaufen?

Getreide und verarbeitete Getreideprodukte kaufe ich prinzipiell nur ausdrücklich glutenfrei gekennzeichnet. Ebenso bei Linsen – oder ich sortiere sie händisch aus. Auch in diesem Unverpackt Laden gab es Linsen. Glutenfrei deklariert sind sie nicht. Ist ja nicht weiter schlimm, dann spiele ich eben wieder Aschenputtel und sortiere die Linsen aus.

Was mir jedoch mehr Sorgen bereitet, ist die Kontamination im Laden.

Die Spender und Behälter werden nämlich nicht nur für ein Produkt verwendet, sondern wechseln immer mal wieder. Wo heute Linsen drin sind, kann gestern der Spender für das Mehl gewesen sein. Der Besitzer erzählt auch gleich, dass Spuren von Mehl oder Getreide einfach nicht vermieden werden können. Die Spender bzw. Behälter werden zwar zwischendurch gereinigt, jedoch können Rückstände nicht 100% ausgeschlossen werden.

Es gibt auch Trichter. Die werden verwendet um die Produkte von den Vorratsdosen in die mitgebrachten Gefäße zu füllen. Leider werden auch die querbeet verwendet und sind dadurch deutlich kontaminiert.

Für mich steht fest: Als Zöli im Unverpackt Laden einzukaufen ist mir zu riskant. Die Kontaminationsgefahr ist zu groß und schwer kontrollierbar. Schade. Aber meine Gesundheit geht vor.

Linsen

So ganz leer gehe ich allerdings nicht nach Hause. Hygiene- und Haushaltartikel lassen sich im unverpackt Laden problemlos einkaufen. In einigen Läden gibt es auch Obst und Gemüse. Bei Erdäpfeln, Orangen und Bananen greife ich gerne zu, ohne mir Sorgen um Kontamination zu machen.

Was kann ich als Zöli sonst noch tun, um Plastik und unnötige Verpackungen zu sparen? Ich esse inzwischen viel mehr von Natur aus glutenfreie Produkte, wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Reis, Kartoffeln, die gibt es oft un- bzw. wenig verpackt – auch im Supermarkt und Discounter.  

Auch abseits von der Ernährung können wir einiges bewirken. Statt Duschgel benutze ich feste Seife, beim Einkaufen nehme ich mein Stoffsackerl mit, Kleidung kaufe ich vermehrt Second Hand, Fliegen wird zur Ausnahme. In einem anderen Blogartikel habe ich über meine Ziele und Tipps zum nachhaltigen Einkaufen und Konsumieren – trotz und mit Zöliakie, geschrieben. Regelmäßiger Kunde im Unverpackt Laden werde ich nicht. Trotzdem gebe ich mir Mühe, möglichst nachhaltig zu leben. So gut es eben geht als Zöli.

Wie sind deine Erfahrungen im Unverpackt-Laden?

Schreib mir gerne einen Kommentar!

Jenni

Jenni

Hallo! Ich bin Jenni. Zöli. Mutmacherin. Entdeckerin. Naturkind. wienverliebt. Mit JenniMarieni.at möchte ich dir Tipps für das Leben mit Zöliakie geben und dir Mut machen, auch mit einer Autoimmunerkrankung das Leben so richtig zu genießen. Meine Liebe zu Wien ist auf meinem Blog genauso Thema, wie positive Gedanken und glutenfreie Entdeckungen.
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