9 Antworten über mich, die Autoimmunerkrankung Zöliakie und warum die Diagnose auch positive Seiten hat

Jenni Marieni
Ich freue mich immer riesig über eure Nachrichten! Die häufigsten Fragen und Antworten findest du hier.

1| Zölia-was? Was ist denn das?

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Etwa 1% der Bevölkerung in Europa ist davon betroffen. Wenn wir Menschen mit Zöliakie, aka „Zölis“, Gluten zu uns nehmen, verwechselt unser Immunsystem Gluten mit einer Gefahr für den Körper.

Die Folge? Der Körper reagiert mit Entzündungen, vor allem im Dünndarm. In diesem ausführlichen Artikel erkläre ich was Zöliakie ist und warum wir Zölis so eine Phobie vor Brösel haben.

2| Seit wann hast du Zöliakie und wie geht es dir damit?

Mitglied im Zöli Club bin ich seit Anfang 2017. Die ersten Wochen hab‘ ich gar nicht realisiert was die Diagnose Zöliakie für mein Leben und meine Reisen bedeutet. Einer meiner ersten Gedanken war „Ich mag sowieso kein Brot.Mehr über mich.

Erst nach und nach habe ich gelernt was für eine Veränderung ein glutenfreies & vor allem kontaminatiosfreies Leben nach sich zieht. Inzwischen komme ich gut damit zurecht. In Wien gibt es tolle glutenfreie & zöli-sichere Angebote.

Hier kannst du nachlesen wie meine ersten 6 Monate als Zöli waren, was alles schief lief und ich gelernt habe.

3| Wie wurde deine Diagnose Zöliakie gestellt?

Jemand in meiner Familie hat seit ein paar Jahren Zöliakie. Im Rahmen einer Routine-Blutuntersuchung hab ich die entsprechenden Werte mittesten lassen. Beschwerden hatte ich nie.

Umso überraschter war ich, als mein Wert um ein vielfaches über dem Grenzwert lag. Laut meiner Ärztin war bereits da die Diagnose gesichert.  Um ganz sicherzugehen, habe ich danach noch eine Magenspiegelung mit Dünndarmbiopsie gemacht. Danach war es amtlich:

Ich habe Zöliakie. Und das ohne sofort-spürbare Symptome. Die Langzeitfolgen treffen bei falscher Ernährung dennoch ein. Diese Art von Zöliakie nennt sich „stille Zöliakie“. Ob die stille Zöliakie ein Fluch oder Segen ist, frage ich mich immer noch

4| Hast du noch andere Unverträglichkeiten?

Ja! Laktose und Histamin schleppe ich auch noch mit mir rum. Die Histaminintoleranz ist nach der Umstellung zur glutenfreien Ernährung deutlich besser geworden. Hier schreibe ich, wie es mir mit allen 3 Unverträglichkeiten ging und heute geht.

5| Isst du Produkte mit dem Spurenhinweis „Kann Spuren von Gluten enthalten“?

Ja. Denn dieser Hinweis hat eine rein rechtliche Bedeutung. Die Hersteller dieser Produkte sichern sich lediglich mit dem Zusatz „Kann Spuren von Gluten/Weizen etc. enthalten“ rechtlich davon ab, zur Verantwortung gezogen zu werden.

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, ob ein Produkt diesen Spurenhinweis aufgedruckt bekommt oder nicht. Ein Produkt ohne Spurenhinweis ist deswegen nicht sicherer, als ein Produkt mit Spurensatz.

Die Qualitätsvorschriften zur Produktion von Lebensmitteln sind in der EU außerdem äußerst streng. Auf eine Kontamination wird sorgfältig geachtet und Maschinen und Geräte werden gründlich gereinigt vor der nächsten Produktion. Wenn in der Zutatenliste keine glutenhaltige Zutat aufgelistet ist und keine erhöhte Kontaminationsgefahr durch den Anbau, die Ernte oder Verarbeitung besteht, ignoriere ich den Spurenhinweis geflissentlich.

Alle Infos zu dem Spurensatz findest du in meinem Artikel “Kann Spuren von Gluten enthalten” – Kann ich das essen?

6| Wie geht es dir auf deinen Reisen?

Wo ein Wille, da ein Weg! Je nach Land ist das Reisen mit Zöliakie entweder sehr einfach oder schon eine echte Herausforderung. Bei meiner Reise nach Neapel war ich gefühlt im Zöli Paradies.

Im Herbst 2018 war ich mehrere Monate in Singapur, Malaysia und Thailand unterwegs. Zöliakie ist in den asiatischen Ländern kaum bis gar nicht bekannt. Sojasauce und Oystersauce wird in fast allen Gerichten verwendet, sind glutenhaltig und deswegen No-Go’s. Mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung hat auch dieses Reise geklappt, auch wenn es manchmal eine echte Herausforderung war! Die wunderschönen Erinnerungen bleiben mir noch lange.

Die Diagnose Zöliakie hat meine Art zu reisen sehr verändert. Reise ich trotzdem noch gerne? Ja, aber anders.

7| Gibt es wirklich etwas positives an der Diagnose?

Ja! 🙂 Das positivste an der Diagnose ist, dass ich gesund bin. Denn seit ich weiß, dass ich ein Zöli bin, ernähre ich mich strikt glutenfrei und dadurch helfe ich meinem Körper gesund zu bleiben.

Die Diagnose hat mich aber auch stark gemacht, ich habe neue Freundschaften geschlossen und ich esse bewusster und bin für vieles dankbarer.

8| Warum hast du diesen Blog gestartet?

Angefangen habe ich mit glutenreise.at, ein Reiseblog für Zölis. Inzwischen ist daraus jennimarieni.at – Der Mutmachblog für Zölis entstanden. Ich liebe es meine Erfahrungen zu teilen, anderen Zölis Mut zu machen, die positiven Seite der Diagnose hervorzuheben und einen kleinen Teil zur Aufklärung über das Leben mit der Autoimmunerkrankung Zöliakie beizutragen.

9| Bist du eine echte Wienerin?

Bei dieser Frage muss ich immer noch schmunzeln. Inzwischen lebe ich etwa 6 Jahre in der schönen Hauptstadt. Ich fühle mich in Wien zu Hause. Im Inneren bin ich jedoch ein echtes Land-Ei. Aufgewachsen in einer 500 Einwohner Gemeinde zwischen Bäumen und Kühen, sehne ich mich manchmal zurück in die ländliche Gegend.

Als Zöli könnte ich allerdings nirgends glücklicher sein als in Wien, mit all den tollen glutenfreien Lokalen.

Schön, dass du da bist!

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