Mit Zöliakie nach Thailand? Meine Erfahrungen mit dem glutenfreien Essen.
Februar 15, 2019
Jenni

Mit Zöliakie nach Thailand? Meine Erfahrungen mit dem glutenfreien Essen.

Kategorien: Blog
Jenni Marieni

Thailand ist ein Paradies für Zölis? Die meisten Gerichte sind mit Reis und sowieso glutenfrei? Die vielen positiven Erfahrungen über Thailand mit Zöliakie haben mich überrascht. Während meiner 6 Wochen in Thailand habe ich andere Erfahrungen gemacht. Hast du Zöliakie und achtest deswegen auf Kontamination? Dann ist das glutenfreie Essen in Thailand nicht ganz so einfach.

Meine Erfahrungen mit dem glutenfreien Essen in Thailand

3 Monate lang bin ich durch Südostasien gereist. Thailand war das letzte Land auf meiner Reise. Glutenfrei Essen zu gehen war nicht immer einfach. Mit der richtigen Einstellung, Vorbereitung und den folgenden Tipps bist du allerdings bestens vorbereitet.

Street Food

Soßen & Kontamination machen das glutenfreie Essen in Thailand schwierig

Das Wichtigste zuerst: Grundsätzlich sind Sojasauce und Oystersauce glutenhaltig. Es gibt in den Supermärkten zwar vereinzelt die glutenfreie Sojasauce, diese ist jedoch deutlich teurer und wird deswegen selten verwendet. Fischsauce ist in der Regel glutenfrei.
Das ist die glutenfreie Sojasauce.
Das ist die glutenfreie Sojasauce in Thailand. Ich habe sie nur sehr selten in den Supermärkten entdeckt.

Hast du einen All-Inclusive Urlaub oder eine Pauschalreise gebucht?

Hast du einen All-Inclusive Urlaub oder eine Pauschalreise mit Halbpension in einer großen Hotelkette gebucht? Dann ist die glutenfreie Verpflegung in Thailand einfacher. Oft arbeiten in den großen Hotels Köche aus aller Welt mit einem Verständnis für Allergien und Unverträglichkeiten. Mit der „Bitte an den Koch“ Karte und einem persönlichen Gespräch mit dem Koch, kann das Essen im Hotel trotz Zöliakie gut funktionieren. Die Tipps unterhalb dienen als generelle Information und vor allem für das Essen gehen außerhalb vom Hotel.
Glutenfreis Pad Thai

Sind die „Bitte an den Koch“ Karten in Thailand nützlich?

In der Regel verwende ich die Bitte an den Koch Karten von der Seite celiactravels.com. In Thailand hatte ich jedoch kein gutes Gefühl mit der Karte. Zu oft wurde ich verwundert angeschaut, oder es wurde mir ein offensichtlich glutenhaltiges Gericht serviert. Nach einiger Recherche bin ich auf die thailändische Restaurantkarte von happyceliac gekommen.

Der Vorteil an dieser Karte? Maggi und Knorr Suppenwürfel sind in Thailand (und in den meisten südostasiatischen Ländern) glutenhaltig. Diese werden in vielen thailändischen Gerichten verwendet. Auf der Thai Gluten Free Karte von happyceliac wird ausdrücklich darauf hingewiesen keine Suppenwürfel zu verwenden und Pfannen und Töpfe auszuwaschen.

Du kannst dir die Karte hier downloaden gegen eine freie Spende. Anmerkung: Die Karte wurde nicht von mir erstellt und ich habe keinen finanziellen Vorteil, wenn du die Karte über diesen Link kaufst. 

Mir war die Karte 5 USD wert und ich habe während meiner 6 Wochen in Thailand gute Erfahrungen damit gesammelt.

Welche Gerichte sind in Thailand traditionell glutenfrei?

Glutenfreie Gerichte aufzuzählen ist immer so eine Sache, denn jeder Koch kocht bekanntlich seine eigene Suppe. Da kann es sehr schnell passieren, dass ein von Natur aus glutenfreies Gericht mit Sojasauce oder einer anderen Glutenquelle „verfeinert“ wird.
Glutenfreis Pad Thai
Selbst wenn einzelne Gerichte von den Zutaten her glutenfrei sind, ist das Kontaminationsrisiko noch sehr groß. Wenn du Zöliakie hast, oder schon auf kleine Spuren reagierst ist ein genaues Nachfragen deswegen IMMER absolut notwendig. Die folgende Auflistung dient daher als grobe Orientierung und spiegelt meine persönliche Erfahrung in Thailand wieder.

Welche Suppen sind in Thailand glutenfrei?

Obwohl Suppen auf den ersten Blick glutenfrei scheinen, werden leider, wie auch in Malaysia, Knorr und Maggi Suppenwürfel verwendet und diese enthalten Gluten. Alle dunklen Suppen sind ein absolutes NoGo. Bei hellen Suppen frage unbedingt nach, welche Suppenwürze verwendet wird!

Tom Kha Suppe

ist jedoch für gewöhnlich glutenfrei. Die Suppe besteht aus Kokosmilch, Zitronengras und Champignons. Je nach Restaurant bekommst du die Suppe mit Fleisch oder Garnelen und Chili serviert.

Welche Salate sind in Thailand glutenfrei?

Bei Salaten solltest du aufpassen, dass kein Fleisch hinzugefügt wird. Das Fleisch wird oft mit Sojasauce mariniert.

Som Tom oder Spicy Papaya Salad

ist ein Papaya Salat mit grünen Papaya Streifen und wahlweise Shrimps, Tomaten, Karotten und Erdnüssen. Die Sauce besteht aus Fischsauce (für gewöhnlich glutenfrei), Limette, Zucker und Knoblauch. Im Normalfall enthält der Salat nur glutenfreie Zutaten. Ich hab den Salat oft mit einer Portion Reis bestellt, dann wurde ich richtig satt und die Schärfe hat sich besser verteilt.

Yam Mamuang oder Mango Salad

ein Salat mit Mango, Shrimps, Frühlingszwiebeln ebenfalls in einer Mischung aus Fischsauce, Limette und Zucker. Ist in der Regel auch glutenfrei.

 Welche Salate sind in Thailand glutenfrei?

Glutenfreie Hauptspeisen in Thailand

Ein sicheres, glutenfreies Hauptgerichte in Thailand zu finden, finde ich schwierig. Viele Gerichte bestehen zwar aus Reis und Reisnudeln, leider wird überall Sojasauce verwendet.

Gebratener Reis scheint auf den ersten Blick glutenfrei, leider wird auch hier oft Sojasauce untergemischt oder die Gewürzmischungen für den Reis sind nicht glutenfrei.

Bei gegrillten Fleisch und Fisch solltest du auch aufpassen, denn oft wird auch hier Sojasauce verwendet und der Grill selten gereinigt.

Seitan, der fast ausschließlich aus Gluten besteht, wird ebenfalls gerne in Suppen oder Currys als Ersatz für Fleisch oder Tofu verwendet.

glutenfrei Thailand

Welche Thai Currys sind in Thailand glutenfrei?

Currys sind die sichersten Gerichte für uns Zölis in Thailand. Frage allerdings immer nach, ob das Curry nur mit Kokosnussmilch oder auch mit Suppe (die Maggi und Knorr Suppenwürfel sind nicht glutenfrei!) zubereitet wird. Statt Reisnudeln werden manchmal auch Weizennudeln verwendet. darauf solltest du ebenfalls achten.

Folgende Currys sind in der Regel glutenfrei:

Kaeng Khiao Wan Curry oder einfach Green Curry

Ein grünes Curry mit Kokosnussmilch, Fischsauce, Koriander, Limetten, Thai Aubergine und wahlweise mit Fleisch oder Tofu.

Kaeng Phet Curry oder einfach Red Curry

Ein rotes Curry mit Kokosnussmilch, Fischsauce, Chili, Basilikum, Limetten, Bambussprossen und wahlweise mit Fleisch, Fisch, Shrimps oder Tofu.

Kaeng Kari Curry oder einfach Yellow Curry

Ein gelbes Curry mit Kokosnussmilch, Fischsauce, Chili, Limetten, meistens mit Hühnerfleisch, wird aber auch mit Gemüse und Tofu serviert.

Phanaeng Curry

Ein dunkelrotes Curry, gibt es oft auch in Malaysia. Die Zutaten sind für gewöhnlich Kokosnussmilch, Fischsauce, Ingwer und Knoblauch. Meistens wir das Phanaeng Curry mit Fleisch serviert, aber auch die vegetarische Version wird angeboten.

Kaeng Matsaman oder Mussman Curry

Bei uns auch als Massaman-Curry bekannt, besteht aus Kokosnussmilch, Fischsauce, Limettensaft, Zwiebel, Erdnüsse, Zimt, und Kardamon. Kartoffel und je nach Wahl Fleisch oder Tofu sind ebenfalls enthalten. Schmeckt mir besonders gut, denn dieses Curry ist in der Regel recht mild im Geschmack.

Glutenfreie Currys in Thailand
Als Beilage empfehle ich dir immer statt gebratenen Reis normalen Reis oder „Sticky Rice“ zu bestellen. Meine Erfahrungen mit Currys waren großteils positiv. Manchmal hatte ich allerdings danach Magenschmerzen. Da ich eine stille Zöliakie habe, denke ich, dass meine Beschwerden jedoch von meiner Histaminintoleranz oder einfach von den scharfen Gewürzen kamen. Tipp: Immer „not spicy“ bestellen, für uns Europäer ist es dann immer noch scharf genug.

Welche Nudeln und Nudelgerichte sind in Thailand glutenfrei?

Das aus Indonesien stammende Gericht Bami Goreng ist nicht glutenfrei, denn die verwendeten Nudeln sind Mie-Nudeln, welche fast ausschließlich aus Weizen bestehen. „Rara“oder „Mama“ Nudeln werden auch oft verwendet und sind ebenfalls nicht glutenfrei. Auf der sicheren Seite bist du mit

Reisnudeln

Reisnudeln werden in Currys, Salaten und im Phat Thai verwendet. Phat Thai wird leider sehr oft mit Sojasauce zubereitet und ist deswegen, entgegen vieler Meinungen, nicht glutenfrei!

Glasnudeln

Glasnudeln bestehen meistens aus Mungobohnenstärke und Wasser und sind deswegen in der Regel glutenfrei. Glasnudeln werden oft in Salaten und Suppen verwendet.

Glutenfreie Reisnudeln

Glutenfreie Nachspeisen in Thailand

Die gute Nachricht? Weizenmehl wird in Thailand nur selten verwendet. Viele thailändische Nachspeisen bestehen aus Reis- oder Tapiokamehl, Mungobohnen, Bananen und Kokosnüssen. Nicht glutenfrei sind Roties, gebackene Bananen und die meisten Torten. Es gibt jedoch genügend glutenfreie Alternativen:

Mango Sticky Rice – Reis mit Kokosnussmilch und Mango

Mango Sticky Rice

Mein liebstes glutenfreies Gericht in Thailand ist Mango Sticky Rice. Reis wird in Kokosnussmilch gekocht und mit frischer Mango serviert. Das Kontaminationsrisiko ist bei Mango Sticky Rice auch sehr gering.

Frische Früchte

Nicht nur als Nachspeise, sondern auch ideal als Snacks für unterwegs ist frisches Obst. Oft auf einem Holzstab oder lose serviert. Drachenfrucht, Mango, Papaya, all die exotischen Früchte gibt es in Thailand an jeder Ecke für wenig Geld zu erwerben.

Smoothies und Fruchtsäfte

Auch ein kühles Getränk eignet sich hervorragend als süße Nachspeise. Oft wird nämlich eine ordentliche Portion Zucker in das vermeintlich gesunde Getränk gemischt. Glutenfrei ist es allerdings auf alle Fälle. Aufpassen solltest du bei den „moderneren“ Obstständen, denn da werden oft auch Smoothies und Shakes mit Keksen verkauft. Das Kontaminationsrisiko ist da höher, such dir lieber einen Stand, der reine Fruchtsäfte verkauft.

Reisbällchen in Kokosnussmilch

Ab und zu werden auch kleine Reisbällen in Kokosnussmilch angeboten und sind von Natur aus glutenfrei.

Bananen in Kokosnussmilch

Gekochte Bananen in Kokosnussmilch sind ebenfalls eine tolle glutenfreie Nachspeise und relativ sicher hinsichtlich Kontamination.

Banana Pancakes

Bei den auf der Straße oft verkauften Pancakes rate ich dir vorsichtig zu sein. Meistens bestehen die zwar nur aus Reismehl mit einer Füllung aus Bananen und Kokosnussmilch, vereinzelt wurde mir auch gesagt, dass sie eine Mehlmischung dafür verwenden. Was genau in der Mehlmischung enthalten ist, konnte mir niemand erklären. „Flour“, also Mehl wird hier gerne synonym für alle Mehlsorten verwendet. Auch im Supermarkt habe ich Mehlpackungen gesehen, die lediglich mit „Flour“, ohne weiteren Zusatz beschriftet waren.

Banenen in Kokosnussmichl – eine süße Angelegenheit!

Thailändisches Streetfood essen, oder lieber nicht?

Der Vorteil beim Streetfood ist, dass es oft Stände gibt, die nur ein einziges Gericht zubereiten und verkaufen. Wird beispielsweise nur Mango Sticky Rice zubereitet ist das Kontaminationsrisiko geringer, als in einem Restaurant mit gemischter Küche.

Zusätzlich kannst du die Zubereitung beobachten und siehst womöglich wie sehr auf Hygiene geachtet wird und welche Zutaten verwendet werden.

Ich habe mit den thailändischen Garküchen gute Erfahrungen gemacht.

Achtung: Kontaminationsgefahr!

Glutenfrei in Thailand..

Das sind meine Erfahrungen, Tipps & Tricks zu den typischen glutenfreien und glutenhaltigen Speisen in Thailand. Tabu ist alles, wo du die Zutaten nicht weißt, oder eine Kontamination nicht ausgeschlossen werden kann.

Nachfragen ist in Thailand nicht immer einfach, denn nicht alle sprechen gut genug Englisch. Oft werden auch Zutaten vergessen, oder es wird dir aus Höflichkeit alles versichert, wonach du fragst. Glutenfrei Essen in Thailand ist deswegen etwas tricky. Es ist jedoch machbar. Ich hoffe meine Tipps helfen dir dabei einen sicheren Urlaub bzw. eine sichere Reise in Thailand zu verbringen!

glutenfreie Sommerrollen in Thailand

Hast du noch Fragen vor deiner Reise nach Thailand?

Schreib mir gerne einen Kommentar!

Jenni

Jenni

Hallo! Ich bin Jenni. Zöli. Mutmacherin. Entdeckerin. Naturkind. wienverliebt. Mit JenniMarieni.at möchte ich dir Tipps für das Leben mit Zöliakie geben und dir Mut machen, auch mit einer Autoimmunerkrankung das Leben so richtig zu genießen. Meine Liebe zu Wien ist auf meinem Blog genauso Thema, wie positive Gedanken und glutenfreie Entdeckungen.
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