Interview mit Lena von Lena’s glutenfrei: Glutenfrei Backen muss gar nicht so unglaublich herausfordernd sein

Jenni
Januar 2, 2021
Jenni Marieni Logo

“Fotografieren und Essen zubereiten sind wohl meine größten Leidenschaften. Tatsächlich war mir das lange nicht bewusst, denn angefangen hat alles mit einer Diagnose beim Arzt.”

…so der passende Einsteig in die Über Mich Seite von Lena’s glutenfrei. Im heutigen Interview spricht Lena über ihre Zöliakie Diagnose, über ihre vielfältigen glutenfreien Rezepte, über ihre Liebe zur Fotografie und ihren Einstieg in das glutenfreie “Sauerteig-Game”. Ich selbst folge Lena schon seit längere Zeit auf ihrem Instagram Kanal lenas_glutenfrei und habe auch schon das ein oder andere Rezept von ihrem Blog ausprobiert. Los geht es mit der ersten Frage!

1|Hallo Lena, stell dich gerne vor.

Hallo Jenni! Ganz kurz und knapp: Ich bin Lena, 29 Jahre alt und habe eine große Leidenschaft für Fotografie, gesundes und ausgewogenes Essen, sowie glutenfreies Sauerteigbrot. Fotografiert habe ich tatsächlich schon immer gerne, die Essenskomponente kam erst nach der Zöliakie Diagnose hinzu.

Lena von lenas glutenfrei

2| Seit wann hast du Zöliakie? Wie geht es dir damit?

Ich weiß seit gut 6 Jahren, dass ich Zöliakie habe. Vermutlich trage ich die Zöliakie schon den Großteil meines Lebens mit mir herum, wusste aber nie davon. Ich hatte zuvor keine akuten Probleme, die den Verdacht einer Zöliakie geschürt hätten, allerdings habe ich schon immer viel mit Allergien und Unverträglichkeiten zu kämpfen.

Auf die Zöliakie bin ich dann eher aus Zufall gestoßen, dank meiner Mutter. Als sie 2014 die Diagnose Zöliakie erhielt, haben mein Bruder und ich sich auch testen lassen und tatsächlich haben wir alle drei Zöliakie. Das verbindet natürlich und macht vor allem die Anfangsphase sehr viel leichter. Man kann sich austauschen und gegenseitig motivieren.

Ich denke das ist auch einer der Gründe, warum es mir sehr gut geht mit der Diagnose. Natürlich bringt eine Zöliakie erstmal super viele Einschränkungen mit sich, viel mehr als andere Intoleranzen und Unverträglichkeiten.

Aber ich habe über die Jahre gemerkt, wie positiv sich die Ernährungsumstellung auf meine Gesundheit auswirkt und das ist für mich ein großer Ansporn. Tatsächlich hat mir auch der Austausch auf Plattformen wie Instagram total geholfen, da wird einem nochmal mehr bewusst, dass man nicht alleine mit dem Problem ist. Das stärkt den Umgang mit der Zöliakie auch total.

3) Was hat dich veranlasst zu bloggen und glutenfreie Rezepte zu kreieren?

Zu Beginn der glutenfreien Zeit habe ich eine Plattform gesucht, um mich zu informieren, auszutauschen und meine Erfolge zu feiern. Nachdem ich ein visueller Typ bin, bin ich dann letztendlich bei Instagram gelandet. Dort habe ich unfassbar viel darüber gelernt, was glutenfrei alles möglich ist. Dass ich mal selbst Rezepte kreiere ist eigentlich eher aus der Not heraus entstanden.

Ich bin ein relativ ungeduldiger Mensch und mag Rezepte nicht, die aus einer viel zu langen Zutatenliste bestehen, für die ich extra einkaufen gehen muss. Für mich muss kochen und backen Spaß machen und vor allem unkompliziert. Sonst geht sich das im Alltag einfach nicht aus.

Um mir das Leben leicht zu machen, habe ich viele Rezepte einfach so abgewandelt, wie es mir gerade gepasst hat. Am Anfang ging da natürlich auch ganz viel daneben, aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich am besten. Wichtig ist nur, dass man sich damit auseinandersetzt, was da schiefgelaufen ist und dann nach und nach Lehren daraus zieht. Genauso entstehen auch meine Rezepte, bis ich mit einem Rezept ganz zufrieden bin dauert es deshalb meistens eine Weile.

4) Gin & Tonic, Salz & Pfeffer … und glutenfreier Sauerteig & Lena’s glutenfrei – das gehört für mich einfach zusammen. Woher kommt deine Begeisterung für glutenfreien Sauerteig?

Hättest du mich das vor einem Jahr gefragt, hätte ich dich wahrscheinlich schief angeschaut, weil da war ich noch überhaupt nicht im „Sauerteiggame“.

Aber ja tatsächlich hat sich da in diesem Jahr eine absolute Begeisterung in mir breit gemacht. Und ich kann mir mein Leben ohne ein gutes glutenfreies Sauerteigbrot gar nicht mehr vorstellen.

Ich finde vor allem die Nachhaltigkeit von Sauerteig so toll, man braucht nur Wasser und Mehl und hat quasi immer seine eigene Hefe zu Hause. Sauerteig selbst zu machen klingt auch immer so aufwendig, dass ist es allerdings gar nicht, wenn man die richtigen Details beachtet.

Glutenfreies Sauerteigbrot mit Reismehl

Das Rezept für dieses glutenfreie Sauerteigbrot von Lena findest du hier: Glutenfreies Sauerteigbrot

Zum Beispiel sollte man immer darauf achten, dass das Gefäß, indem man den Sauerteig ansetzt, gut gesäubert ist. Das wusste ich zum Beispiel am Anfang nicht und so habe ich vor 1,5 Jahren meinen ersten Sauerteig angesetzt und der Versuch ist kläglich gescheitert, weil ich eben einfach irgendein Gefäß hergenommen habe und irgendeinen Löffel.

Außerdem habe ich gemerkt, dass ein glutenfreier Sauerteig aus Reisvollkornmehl eigentlich immer gelingt, Buchweizenmehl hingegen ist sehr viel anspruchsvoller, das ist mir bisher auch noch nicht gelungen. Aber genau wie sich der Sauerteig weiterentwickelt, lerne ich andauernd dazu und das finde ich unglaublich spannend.

5) Welche glutenfreien Mehle zählen für dich zur Basisausstattung und hast du immer daheim?

Meine Basisausstattung besteht eigentlich aus fünf glutenfreien Mehlen, die ich sofort nachkaufe, sollten sie mal leer sein:

  • Buchweizenmehl,
  • Reisvollkornmehl,
  • Kartoffelstärke,
  • helles Reismehl und
  • (zwar kein Mehl, aber für mich total wichtig) Flohsamenschalenpulver.

Mit den fünf Sachen komme ich super gut zurecht und kann beispielsweise Teige für glutenfreies Brot, Pizza, Brötchen und Kuchen herstellen.

Glutenfreier Karottenkuchen

Das Rezept für diesen glutenfreien Kuchen von Lena findest du hier: Glutenfreier Karottenkuchen mit veganem Cashew Frosting.

6) Was sind deine 3 Tipps für glutenfreie Backanfänger?

  1. Gib auf keinen Fall auf, auch wenn der ein oder andere Versuch daneben geht.
  2. Halte dich bei deinen ersten Backversuchen am besten akribisch an die Vorgaben (nimm‘ am besten sogar die gleichen Mehle & Marken, die im Rezept verwendet worden sind).
  3. Du brauchst nicht zig verschiedenen Mehle, aber ohne Flohsamenschalenpulver geht beim glutenfreien Brotbacken nicht viel.

7) Und zu guter Letzt: Was findest du besonders schön an deiner Wahlheimat Wien?

Ich mag den Kontrast an Wien unglaublich: Die bezaubernde Stadt, mit den vielen wunderschönen Ecken und gleichzeitig die Nähe zur Natur auf der Donauinsel, im Wienerwald oder der Lobau.

Außerdem geht es einem mit einer Zöliakie natürlich super gut in Wien, ganz anders als in meiner Heimat Nürnberg zum Beispiel. Geht man in Wien in ein Restaurant, wissen die Kellner*innen sehr oft, was eine Zöliakie ist und was man nicht essen kann.

Das ist in Nürnberg ganz anders, da muss man erstmal mit den Grundlagen anfangen. Und die Auswahl an glutenfreie Lokalen in Wien macht mich natürlich immer wieder glücklich: Zum Wohl, Scarabocchio, Simply Raw Bakery, Ausnahmsweise oder Cafe Güner Salon. Auch der neue glutenfreie Laden Dion’s glutenfrei ist für mich ein Paradies, was die Auswahl an glutenfreien Mehlen anbelangt.

Liebe Lena, danke dir für das wunderbare Interview mit dir und den Einblick in dein Leben mit Zöliakie!

Lena vom Blog Lena's glutenfrei

Lena kreiert auf ihrem Blog Lena’s glutenfrei nicht nur gelingsichere glutenfreie Rezepte, sondern setzt diese auch perfekt in Szene. Seit ihrer Zöliakie Diagnose beschäftigt sich die Wahlwienerin mit glutenfreien Mehlen und was man daraus wunderbares Kreieren kann. Neudiagnostizierten Zölis nimmt sie die Angst vor den ersten Backversuchen und zeigt, dass “glutenfreies Backen gar nicht so unglaublich herausfordernd sein muss“.

Ihre Liebe zur Fotografie und die Zöliakie Diagnose ergeben abwechslungsreiche Rezepte, ohne viele Schnickschnack. Dafür mit viel Liebe, gesunden Zutaten und ganz viel Inspiration. Bekannt ist Lena auch für ihre Liebe zum glutenfreien Sauerteig. Der Blog Lena’s glutenfrei lädt zum Stöbern und Nachbacken ein.

Hast du Fragen an Lena?

Schreib gerne einen Kommentar!

Jenni

Jenni

Hallo! Ich bin Jenni. Zöli. Mutmacherin. Entdeckerin. Naturkind. wienverliebt. Mit JenniMarieni.at möchte ich dir Tipps für das Leben mit Zöliakie geben und dir Mut machen, auch mit einer Autoimmunerkrankung das Leben so richtig zu genießen. Meine Liebe zu Wien ist auf meinem Blog genauso Thema, wie positive Gedanken und glutenfreie Entdeckungen.
Jenni

Jenni

Hallo! Ich bin Jenni. Zöli. Mutmacherin. Entdeckerin. Naturkind. wienverliebt. Mit JenniMarieni.at möchte ich dir Tipps für das Leben mit Zöliakie geben und dir Mut machen, auch mit einer Autoimmunerkrankung das Leben so richtig zu genießen. Meine Liebe zu Wien ist auf meinem Blog genauso Thema, wie positive Gedanken und glutenfreie Entdeckungen.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Inline Feedbacks
View all comments